Charakteristisch für den DaZ-Unterricht ist, dass sich der Spracherwerb sowohl gesteuert - durch die Lehrkraft im Unterricht - als auch ungesteuert, z.B. in der außerschulischen Lernumgebung und in Pausen vollzieht. Das heißt, die Lehrkraft ist nicht die einzige Person, die Input gibt  und die Progression beim Spracherwerb bestimmt. Schülerinnen und Schüler haben im Alltag viele sprachliche Eindrücke, die sie oft unbewusst aufnehmen (Sprachbad). Diese Eindrücke und Erfahrungen bringen sie mit in den Unterricht, der dadurch beeinflusst wird. Die Rolle der Lehrkraft besteht darin, diese Eindrücke aufzugreifen, zu strukturieren und damit für alle nutzbar zu machen.

Der Unterricht sollte den unterschiedlichsten Voraussetzungen der Schülerinnen und Schülern gerecht werden. Neben dem Frontalunterricht ist daher Differenzierung mithilfe der bekannten offenen Unterrichtsformen unerlässlich, um die Schülerinnen und Schüler dort abholen zu können, wo sie stehen.

Zusätzlich sollte man sich darüber klar werden, dass die Rolle der Lehrkraft eine andere ist als gewöhnlich, da sie vermutlich die erste deutsche Bezugsperson ist. Daher ist sie auch Ansprechpartnerin bzw. Ansprechpartner für viele Dinge in der neuen Heimat. Auch die Mitschülerinnen und Mitschüler sind die ersten, häufig die einzigen Gleichaltrigen, zu denen die Kinder und Jugendlichen Kontakt haben.

Deshalb soll die Lehrkraft bei aller Differenzierung die Klasse als soziale Gemeinschaft nicht aus den Augen verlieren. Durch Spiele und viele außerschulische Unternehmungen kann eine Klassengemeinschaft gestärkt werden, da dort viele informelle Gesprächssituationen entstehen, die für die sozialen Interaktionen der Kinder und Jugendlichen sehr wichtig sind. Insgesamt kann die Arbeit in Übergangsklassen gerade aufgrund der Vielfalt eine große Bereicherung für die Lehrkraft sein.

Wenn Sie mehr über das Thema Deutsch als Zweitsprache in der Schule erfahren möchten, bietet die zweite Ausgabe des Rundbriefes "Sch.i.f.f." umfangreiche Informationen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Deutsch als Zweitsprache und Deutsch als Fremdsprache?

Schülerinnen und Schüler in Übergangsklassen werden in Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. Man unterscheidet in der Fachdidaktik zwischen Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und Deutsch als Fremdsprache (DaF). Unter Deutsch als Zweitsprache versteht man den Deutschunterricht für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Muttersprache in deutschsprachigen Ländern. Von Deutsch als Fremdsprache wird gesprochen, wenn Deutsch in Ländern unterrichtet wird, in denen Deutsch nicht Verkehrssprache ist und nicht im Alltag gebraucht wird. In Übergangsklassen wird somit Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. Nähere Informationen zu diesem Thema können Sie in der vierten Ausgabe des Rundbriefes von "Sch.i.f.f." finden.