Übergangsklassen-System

Die Übergangsklasse ist eine Klasse für Kinder und Jugendliche, die neu in Deutschland sind und nicht genug Deutsch sprechen, um dem Unterricht in einer Regelklasse folgen zu können. Die Klassen sollen nach einer Phase des intensiven Spracherwerbs den Übergang (daher der Name) in eine Regelklasse ermöglichen. In Übergangsklassen sind ausländische Schülerinnen und Schüler verschiedener Nationalitäten zusammengefasst. Der Erwerb der deutschen Sprache steht im Vordergrund. Deshalb werden 10 Wochenstunden Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. Wegen der geringen und verschiedenen Deutschkenntnisse der Schülerinnen und Schüler kann der Unterricht in den anderen Fächern nur in geringerem Umfang als in einer Regelklasse erfolgen. Bevor Schülerinnen und Schüler eine Ü-Klasse besuchen dürfen, weist das Schulamt der Landeshauptstadt München gemäß einer Einstufungstabelle eine Ü-Klasse zu. Dabei ist das Alter entscheidend.

Was bedeutet Übergangsklasse in der Praxis?
Im System der Ü-Klassen gibt es das 1. Sprachlernjahr (Sprachanfänger). Dies sind im Grundschulbereich Ü1, im Mittelschulbereich Ü5 und Ü8. Im 1. Lernjahr werden die sprachlichen Grundlagen gelegt. Nach dem Besuch des 1. Sprachlernjahres rücken Ü-Schülerinnen und Schüler im Normalfall in das 2. Sprachlernjahr vor. Dies sind im Grundschulbereich Ü3, im Mittelschulbereich Ü7 und Ü9.

Maximale Schüler_innenzahl
Richtwert sind 20.

§§ 29 GrSO / 38 MSO : Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit nicht-deutscher Muttersprache

(1) Für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache, die dem Unterricht in einer deutschsprachigen Klasse nicht zu folgen vermögen, können Übergangsklassen eingerichtet werden. Die Entscheidung trifft das Staatliche Schulamt. Über die Zuweisung von Schülerinnen und Schülern zur Übergangsklasse entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter. Ist eine Schülerin oder ein Schüler einer Übergangsklasse so weit gefördert, dass sie oder er dem Unterricht in einer deutschsprachigen Klasse zu folgen vermag, weist die Schulleiterin oder der Schulleiter die Schülerin oder den Schüler nach Anhörung der Erziehungsberechtigten einer deutschsprachigen Klasse in der zuständigen Grundschule/Mittelschule zu. Die Zuweisung in eine deutschsprachige Klasse erfolgt zu Beginn eines Schuljahres oder mit der Aushändigung des Zwischenzeugnisses, spätestens jedoch mit Ablauf des zweiten voll besuchten Schuljahres in der Übergangsklasse.
(2) Für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache, die keiner Übergangsklasse zugewiesen werden können und ohne ausreichende Deutschkenntnisse deutschsprachige Klassen besuchen müssen, werden vom Staatlichen Schulamt Deutschfördermaßnahmen eingerichtet. Die Anzahl der Unterrichtsstunden richtet sich nach dem Förderbedarf und den Lernfortschritten der Schülerinnen und Schüler.

Weitere Informationen, sowie einen Erfahrungsbericht einer Lehrkraft in Übergangsklassen bietet die fünfte Ausgabe des Rundbriefes "Sch.i.f.f."